Ein Vergleichstest des Rivian R2 Performance des Modelljahrs 2027 und des Tesla Model Y Performance des Modelljahrs 2026 ergab, dass es sich um zwei schnelle Elektro-SUVs mit unterschiedlichen Stärken handelt. Der R2 punktet mit seinem geräumigen Innenraum, dem ausgefeilten Design und dem komfortablen Fahrgefühl, während das Model Y auf kurvigen Straßen agiler ist und eine fortschrittlichere Fahrassistenz bietet.

Der getestete R2 kostete 61.485 US-Dollar, einschließlich der Lackierung Launch Green. Er war mit dem Launch-Paket ausgestattet, das einen Fahrassistenten für freihändiges Fahren und ein Anhängerpaket umfasst. Das Model Y Performance kostete 63.194 US-Dollar; darin enthalten war Full Self-Driving (überwacht) für drei Jahre. Rivian plant, nächstes Jahr einen günstigeren R2 ab 46.485 US-Dollar anzubieten. Das 2027 eingeführte Modell war jedoch zunächst in der Performance-Ausstattung erhältlich.

Im Innenraum wirkte der Rivian hochwertiger, mit geschichteten Materialien und einem zentralen 15,6-Zoll-Touchscreen neben einem 11,5-Zoll-Fahrerdisplay. Der Fond war auffallend geräumiger: Das Testteam brachte zehn Handgepäckkoffer im Laderaum unter, verglichen mit sieben im Tesla. Auch die Heckscheibe des R2 lässt sich in die Heckklappe absenken. Das Model Y hält mit einem 8-Zoll-Touchscreen im Fond und einem funktionsreichen Infotainmentsystem dagegen, doch sein abfallendes Dach schränkt die Kopffreiheit im Fond und das Ladevolumen ein.

Die beiden Motoren des R2 leisten 656 PS und liefern ein Drehmoment von 609 Pound-Feet. Das Model Y hat 510 PS. Trotz des Unterschieds lagen die Beschleunigungswerte dicht beieinander: Der Tesla erreichte 60 mph in 3,3 Sekunden und war damit zwei Zehntelsekunden schneller als der Rivian. Der R2 absolvierte die Viertelmeile in 11,4 Sekunden bei 126 mph und war damit eine Zehntelsekunde schneller als der Tesla. Die Höchstgeschwindigkeit des Model Y ist mit 153 mph gegenüber 130 mph jedoch höher.

Auf der Straße unterscheiden sich die Fahreigenschaften deutlicher. Das Model Y wirkt in Kurven straff und reaktionsschnell, bietet viel Grip und neigt sich nur wenig zur Seite. Selbst mit der weicheren Dämpfereinstellung ist sein Fahrwerk jedoch straff. Wird der R2 in Kurven stark gefordert, liegt er weniger souverän, fährt sich im Stadtverkehr aber komfortabler. Auf holprigem Belag kann seine Federung laut klingen, und die kantigere Karosserie verursacht bei Autobahngeschwindigkeit mehr Windgeräusche.

Der R2 hat außerdem mehr Bodenfreiheit – 9,6 Zoll im Vergleich zu 6,4 Zoll beim Model Y – und damit auf unwegsameren Strecken einen Vorteil. Seine niedrigste Einstellung für die regenerative Bremsung ist weiterhin stark, während die reduzierte Einstellung des Tesla eine sanftere Alternative bietet.

Das Full-Self-Driving-System von Tesla wurde als umfassender bewertet: Es bewältigte Fahrten vom Start bis zum Ziel mit nur wenigen Eingriffen des Fahrers. Rivians Autonomy+ ist derzeit hauptsächlich für den Einsatz auf Autobahnen ausgelegt und funktioniert noch nicht mit der Navigation; das Unternehmen plant, nächstes Jahr eine Punkt-zu-Punkt-Funktion hinzuzufügen. Im Test waren die Spurwechsel abrupt, und die Lenkung erforderte häufige kleine Korrekturen.

Der R2 Performance hat eine 88-kWh-Batterie und eine von der EPA geschätzte Reichweite von 330 Meilen mit 21-Zoll-Rädern; mit 20-Zoll-Rädern sinkt sie auf 307 Meilen. In einem Autobahntest bei 75 mph legte er 260 Meilen zurück, beziehungsweise 220 Meilen mit den kleineren Rädern und Geländereifen. Die 81-kWh-Batterie des Model Y ist für 306 Meilen Reichweite angegeben; im selben Autobahntest fuhr es 270 Meilen.

Die maximale Ladeleistung des Rivian beträgt 230 Kilowatt. Im Test dauerte es 39 Minuten, die Batterie von 10 auf 90 Prozent zu laden; die durchschnittliche Ladeleistung lag bei 119 Kilowatt. Für das Model Y ist eine maximale Ladeleistung von 250 Kilowatt angegeben. Das verfügbare Quellenmaterial endet, bevor die gemessene Ladezeit des Tesla genannt wird.

Quellen: Car and Driver.