In seiner Ausgabe vom Februar 1997 verglich Car and Driver neun Limousinen zum Preis von etwa 30.000 Dollar für Käufer, die einen Schritt über die teuersten Familienwagen hinausgehen wollten, ohne in die oberen Bereiche des Luxusmarktes vorzudringen. Zum Teilnehmerfeld gehörten der Acura 3.2TL, der Cadillac Catera, der Ford Taurus SHO, der Infiniti I30, der Lexus ES300, der Mazda Millenia, der Mitsubishi Diamante, der Saab 900SE und der Volvo 850GLT.

Das Magazin schloss mehrere Modelle aufgrund früherer Vergleichsergebnisse und Fahrtests aus. Auch die 3er-Reihe von BMW, die C-Klasse von Mercedes-Benz und der Audi A4 blieben außen vor, weil ihre angemessen ausgestatteten Versionen entweder nur begrenzten Platz boten oder die Luxussteuergrenze nur mit kleineren Motoren unterschritten. Die neun verbliebenen Fahrzeuge wurden als praktische Limousinen getestet, die Passagiere befördern konnten und zugleich einen eigenständigen Ausdruck von Status und Stil boten.

Mechanisch war die Gruppe unterschiedlich, bei der Geradeausbeschleunigung jedoch weitgehend ähnlich. Sieben Fahrzeuge verfügten über 24-Ventil-V6-Motoren; außerdem waren ein aufgeladener Fünfzylinder und der 32-Ventil-V8 des Ford vertreten. Alle besaßen Viergang-Automatikgetriebe, mit Ausnahme des Infiniti, des einzigen Modells mit manuellem Getriebe. Sieben der neun Fahrzeuge lagen sowohl beim Test von 0 auf 60 mph als auch auf der Viertelmeile innerhalb von 0,3 Sekunden des Gruppendurchschnitts.

Deutlicher zeigten sich die Unterschiede bei Handling, Fahrkomfort und Ausstattung. Kein Fahrzeug bot Traktionskontrolle, CD-Spieler, schlüssellosen Zugang per Fernbedienung und regelbare Intervallwischer als vollständiges Paket. Nur drei verfügten über Sitzheizungen, zwei boten eine Zweizonen-Klimaautomatik, und der Saab war das einzige Fahrzeug mit Bordcomputer.

Der Saab 900SE belegte den neunten Platz. Seine Schrägheckkarosserie und die umklappbare Rückbank ermöglichten mehr als 50 Kubikfuß Laderaum, während sein unverwechselbares Design und ungewöhnliche Details ihm mehr Persönlichkeit verliehen als jedem anderen Testwagen. Außerdem erzielte er den kürzesten Bremsweg der Gruppe und teilte sich mit dem Mazda Millenia die höchste Haftung auf dem Rundkurs.

Allerdings gehörte die Rückbank des Saab zu den kleinsten und unbequemsten, während sein plastikartig wirkender Innenraum, das grobe Fahrverhalten und der hohe Geräuschpegel seinen Luxusansprüchen entgegenstanden. Dem 2,5-Liter-V6 fehlte es an Durchzug im unteren Drehzahlbereich, und die Lenkung vermittelte nur wenig Kontakt zur Straße. Car and Driver betrachtete den 900SE als reizvoll unkonventionelle Wahl, dessen kantigerer Charakter jedoch besser zu günstigeren Versionen des Modells passte.

Der Acura 3.2TL, der Ford Taurus SHO und der Infiniti I30 teilten sich den sechsten Platz. Der Acura überzeugte als Autobahnfahrzeug mit geschmeidigem Fahrkomfort, guter Sicht über die niedrige Motorhaube, Lederausstattung und überzeugenden Innenraumverkleidungen. Sein alternder 3,2-Liter-V6 konnte jedoch rau laufen, und das Automatikgetriebe schaltete bisweilen hart. Auch die Sitzposition, die gefühllose Lenkung und der begrenzte Komfort im Fond verhinderten eine herausragende Platzierung.

Fords Taurus SHO brachte den einzigen V8 des Vergleichs mit und bot bei einem Listenpreis von 30.585 Dollar den geräumigsten Innenraum zum niedrigsten Preis der Gruppe. Sein Motor erzeugte einen sanften, ansprechenden Klang, doch der Innenraum des Wagens wirkte billig, und das Fahrwerk war bei kleinen Unebenheiten hart. Trotz geringer Seitenneigung in Kurven und guter Haftung war er aufgrund seiner Größe auf kurvenreichen Straßen weniger agil, während die lange Übersetzung und das begrenzte Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen seine Beschleunigung schwächten. Sein ermittelter Kraftstoffverbrauch von 18 mpg war der niedrigste unter den neun Fahrzeugen.

Der Infiniti I30 kombinierte einen lebhaften 3,0-Liter-V6 mit bequemen Sitzen, einer Bose-Audioanlage und einem vergleichsweise niedrigen Preis von 30.795 Dollar. Seine Verbesserungen im Innenraum wirkten überzeugender als sein Außendesign, das neben dem klarer gezeichneten Lexus und Mitsubishi übermäßig verziert erschien. Das weich abgestimmte Fahrwerk bewältigte einzelne Unebenheiten gut, erlaubte jedoch zu viel Auf- und Abbewegung, Eintauchen und Wanken; im Spurwechseltest belegte das Fahrzeug den letzten Platz. Ein Touring-Paket für 2.200 Dollar ergänzte Traktionskontrolle, ein Sperrdifferenzial, größere Reifen und eine sportlichere Fahrwerksabstimmung, war für den Vergleich jedoch nicht verfügbar.

Der Mazda Millenia belegte den fünften Platz und wurde für sein elegantes Design, die hervorragende Passgenauigkeit der Karosserieteile und seine außergewöhnliche Freiheit von Vibrationen, Knarzen und Klappern gelobt. Sein Innenraum verwendete hochwertige Materialien und umfasste Traktionskontrolle, Sitzheizungen und eine elektrisch verstellbare Lenksäule. Das Fahrwerk verband präzise Lenkung, gutes Fahrbahngefühl und komfortables Fahrverhalten; mit 0,81 g Querbeschleunigung auf dem Rundkurs lag er gleichauf mit dem Saab.

Die Schwäche des Millenia war sein 170 PS starker 2,5-Liter-Motor. Sein Lauf von 0 auf 60 mph in 9,2 Sekunden war fast eine Sekunde langsamer als bei den anderen Fahrzeugen, und beim Überholen blieb er auf zweispurigen Straßen hinter den Erwartungen zurück. Das Modell sprach Käufer an, denen kultiviertes Fahrverhalten, Seltenheit und eine ausgewogene Straßenlage wichtiger waren als reine Leistung.

Der Cadillac Catera belegte den vierten Platz. Er stammte von Opel ab und basierte auf einem Hinterradantrieb; damit war er das einzige Fahrzeug mit angetriebenen Hinterrädern in der Gruppe. Die Tester lobten sein stabiles, neutrales Handling, die gut abgestimmte Lenkung, die standfesten Bremsen und das kontrollierte Fahrverhalten. Seine steife Karosserie absorbierte Unebenheiten sauber, während der 3,0-Liter-V6 von einem Ansaugsystem mit variabler Resonanz profitierte, das seine Drehmomententfaltung verbreiterte.

Mit 3.794 Pfund war der Catera das schwerste Fahrzeug im Vergleich und auf dem Handlingkurs nicht der schnellste. Dennoch vermittelte sein Fahrwerk Vertrauen. Die hohen Vorder- und Rücksitze boten guten Halt und großzügige Kopffreiheit, obwohl die Schalter und die Ergonomie des Innenraums als weniger kultiviert beurteilt wurden, als die deutsche Ingenieurskunst des Fahrzeugs erwarten ließ.

Der Vergleich stellte das Segment der gehobenen Mittelklasse als Wettbewerb dar, bei dem es weniger um reine Geschwindigkeit als um unterschiedliche Interpretationen ging. Die Fahrzeuge boten eine ähnliche Beschleunigung, unterschieden sich jedoch erheblich in ihrem Umgang mit Komfort, Design, Ausstattung, Handling und Status – von der unkonventionellen Alltagstauglichkeit des Saab über die V8-Kraft des Taurus SHO und das ausgefeilte Fahrwerk des Millenia bis zu den europäischen Fahreigenschaften des Catera.

Quellen: Car and Driver.